Anatomie der Frau – 6 Unterschiede zwischen Mann und Frau im Körperbau

Der Körperbau von Frauen unterscheidet sich nicht nur in der Größe von den Männern. In diesem Artikel erfährst du, welche anatomischen Unterschiede es zwischen Männern und Frauen gibt. Die meisten Unterschiede entstehen bei Mädchen in der Pubertät durch den Anstieg des Östrogenspiegels. Mit Einsetzen der Pubertät verändert sich die Anatomie der Frau wesentlich stärker als die des Mannes. Teilweise sollten bereits in frühen Alter diese Unterschiede beachtet und sportlich berücksichtigt werden, um spätere Verletzungen zu vermeiden.

Anatomie der Frau – 6 Unterschiede zwischen Mann und Frau

1. Frauen sind kleiner und leichter

Frauen unterscheiden sich von Männern in Bezug auf die Größe. Bis auf wenige Ausnahmen sind Frauen kleiner und leichter als Männer. Dieser Unterschied ist bereits bei der Geburt feststellbar. Jungen sind größer und schwerer als Mädchen. Die Größe entwickelt sich in der Pubertät, die bei Mädchen ungefähr zwei Jahre vor den Jungen abgeschlossen ist. Bei vollständiger Entwicklung weisen Frauen eine im Durchschnitt 10-15cm geringere Körpergröße auf als Männer. Mit kleinere Größe geht automatisch auch ein geringeres Gewicht einher. Frauen sind im Durchschnitt 20-25kg leichter als Männer.

2. Frauen haben einen grazileren Knochenbau

Frauen wachsen in der Pubertät innerhalb kürzester Zeit sehr schnell. Dadurch ist die Entwicklung des Knochenbaus früher abgeschlossen. Allerdings wächst die Knochendichte nicht proportional zum Knochenwachstum, sodass die Knochen der Frauen graziler sind, als die der Männer. Der Knochenbau der Frau ist um etwa 25% leichter, als der des Mannes.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bereits vor Einsetzen der Pubertät sportliche Tätigkeit an Land mit hohen Stoß- und Zugbelastungen Einfluss auf die spätere Knochendichte haben kann. Sportarten wie Kunstturnen erzielte dabei neben Basketball und Fußball die beste Wirkung. Die Frauenknochen sind empfindlicher porös zu werden. Gerade mit Beginn der Menopause und dem Abfall von Östrogen neigen Frauen zu Osteoporose. Daher ist es wichtig, neben Ernährungsstrategien im Erwachsenenalter, bereits im Kindesalter durch sportliche Betätigung dem Knochenabbau vorzubeugen.

3. Frauen haben andere Körperproportionen

Auch proportional unterscheidet sich die Anatomie der Frau vom Mann. Frauen entwickeln eine im Vergleich zum Mann schmalere Schulter als die Männer. Zusätzlich hat die Frau im Vergleich zum Gesamtkörper einen größeren Rumpf als der Mann. Dabei nehmen bei den Männern die Beine einen größeren prozentualen Anteil im Vergleich zum Rumpf ein.

Somit liegt der Körperschwerpunkt eines Mannes an einer anderen Stelle als bei einer Frau. Dieses Phänomen ist besonders gut beim so genannten „toten Mann“ im Schwimmen zu beobachten. Bei dieser Übung legt man sich in Rückenlage flach ins Wasser. Den meisten Männern fällt es schwer, da die Beine automatisch nach unten absenken. Erleichtert wird es, sobald die Arme über dem Kopf ausgestreckt werden, aber auch da fällt es Männern schwerer die Beine an der Wasseroberfläche zu halten. Frauen hingegen sollte in dieser gestreckten Position keine Probleme haben.

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4. Frauen haben ein breiteres Becken

Ein weitere Unterschied in der Anatomie der Frau im Vergleich zum Mann ist das längere und breitere Becken, wodurch es maßgeblich zu einer Vergrößerung des Q-Winkels kommt. Dieser Winkel wird zwischen der Patellasehne und dem Quadrizeps Muskel gemessen. Durch diese Vergrößerung des Winkels, verändern sich grundlegende Körperpositionen. Pubertierende Mädchen müssen durch die radikale Veränderung des Q-Winkels motorische Bewegungen neu erlernen, um später Verletzungen im Kniebereich zu vermeiden.

5. Frauen haben eine andere Körperzusammensetzung

Aufgrund des höheren Östrogenspiegels weisen Frauen einen größeren Anteil an Körperfett auf als Männer. Durchschnittlich verfügt der weibliche Körper über 27% Fettmasse (12% essentielle Fettmasse plus 15% Fettdepots). Im Vergleich liegt die Fettmasse beim Mann bei 15% (3% essentielle Fettmasse plus 12% Fettdepots).

Des Weiteren besteht der Körper der Frau, durch den geringeren Anteil an Testosteron im Hormonsystem, aus weniger Muskulatur als der Körper des Mannes. Bei Frauen macht die Muskulatur im Durchschnitt etwa 36% und bei Männern 42% der Gesamtkörpermasse aus.

6. Frauengelenke sind mobiler

Die Gelenke und das Collagen Gewebe der Frauen neigen zur Übermobilität. Dies ist erneut auf den höheren Östrogenspiegel zurückzuführen. Frauen sind flexibler und ihre Muskeln sind dehnbarer, als die der Männer. Dies ist zwar gut für Gymnastik, aber nicht für Sportarten, bei der eine Standfestigkeit gefragt ist.

Die Patella (Kniescheibe) ist anfälliger heraus zu springen und Schmerzen und Verletzungen zu verursachen. Vor allem bei Sprungbewegungen kann es bei Frauen eher zum Einknicken der Knie nach innen kommen. Durch den noch vergrößerten Q Winkel sind Frauen anfälliger für Kreuzbandrisse. Zur Prävention ist es wichtig, die Muskulatur im Hüft- und Rumpfbereich zu stabilisieren.


Du siehst, Frauen unterscheiden sich nicht nur in der Größe und dem Gewicht. Neben der Anatomie gibt es noch weitere Unterschiede zwischen Frau und Mann. Sieh dir gerne auch den Beitrag zum Hormonsystem, zum Stoffwechsel und zum Herz-Kreislauf-System an.